Weilheimer Glaubensfragen

so kam es zur Veranstaltungsreihe der “Weilheimer Glaubensfragen”

Der Kirche wird schnell ein Maulkorb verpasst. Andererseits hat niemand solch einen Vertrauensvorschuss, wie die Kirche, wenn es um die Versorgung von Kindern, Kranken und älteren  Menschen geht. Denn bei den „diakonischen Aufgaben“ wird dem „Bodenpersonal“ Gottes sehr viel zugetraut.Trotz dieser Rahmenbedingungen hieß es im Oktober 2010 „STOP! Was glaubst du eigentlich?“ in der Weilheimer Fußgängerzone. Innehalten, nachdenken und sich über den Sinn des Lebens klar werden, war die Zielsetzung. Die Weilheimer Bürger wurden aufgefordert, sich zu ihrem Glauben Gedanken machen. Gläubige und Ungläubige, Sichere und Zweifelnde, Kritische und Fernstehende haben gesagt oder aufgeschrieben, was sie  glauben und bekennen und auch, was sie nicht glauben, was sie umtreibt und  stört oder auch was sie gerne genauer wüssten.Vom „STOP“ zum „Go!“. Aus diesen vielen hunderten Rückmeldungen haben sich fünf Themenschwerpunkte herausgebilde:

1.    Wie kann das Leben glücken? Was macht uns Menschen glücklich?
2.    Werte braucht das Leben! Aber  woher nehmen wir sie, was ist wertvoll?
3.    Gibt es ein Miteinander unter den Religionen? Und wie kann es gelingen?
4.    Glaube „ja“, Kirche „nein“. Geht es auch ohne Kirche?
5.  Zwischen Tradition und Moderne… Wohin geht es mit der katholischen Kirche?

So leitete damals 2011 unser Stadtpfarrer Dr. Ulrich Lindl das erste Forum „Weilheimer Glaubensfragen“ ein, denn uns begegnet heutzutage eine Art von Gleichgültigkeit, was Glaubensfragen betrifft. Es sei denn, die Kirche mischt sich in Fragen von ethischen Entscheidungen, in Wirtschafts- und Gerechtigkeitsfragen oder Militäreinsätzen ein. Dann kann es zu größeren Medienauseinandersetzungen kommen. 2011 wurden in fünf Vortragsabenden nach überzeugenden Antworten gesucht. Bereits im ersten Jahr der Weilheimer Glaubensfragen konnten namhafte Referenten/-innen gewonnen  werden. Der Vortrag  von Dr. Manfred Lütz war ein erster gelungener Auftakt. Über 700 Zuhörer  waren in die Stadthalle gekommen, um den Mediziner, Theologen und  Bestsellerautor zu seinem Thema „Die Werte, die Wahrheit und das Glück“  zu hören. Bei anregenden Begegnungen, dazu Einsichten und Aussichten die weiterhelfen, folgten bis heute jedes Jahr weitere erfolgreiche  Vortragsveranstaltungen mit renommierten Referenten.Bei lebhaften Diskussionen werden Fragen aufgegriffen, die viele Menschen beschäftigen und wir hatten Referenten,  die darauf eine Antwort geben konnten. Die Weilheimer  Glaubensfragen sind mittlerweile durch Rundfunk und überregionale Zeitungen weit über die Grenzen von Weilheim bekannt. Sie  bieten für jeden ein „offenes Forum“,  die es im Leben und im Glauben umtreibt, und (noch) Fragen haben und nach überzeugenden Antworten suchen.Auch in Zukunft werden Themen ausgewählt, die viele Menschen bewegen. Es soll damit gezeigt werden, dass sich die Kirche den Fragen der Menschen und Gläubigen nicht verschließt, sondern versucht sie zu beantworten. Wir müssen auch erkennen, in einer solch aufgeklärten und kritischen Zeit wie heute,  ist es nicht immer leicht, als bekennender Christ zu leben.Heute ist es für die Organisatoren der Weilheimer Glaubensfragen eine große Freude, wie sich die Weilheimer Glaubensfragen “gemacht haben”. Menschen, die Fragen haben, sind noch nicht fertig mit Gott und der Welt; sie sind noch neugierig unterwegs im Leben und auch im Glauben. Auf zu den nächsten Jahren – wir freuen uns auf rege Themen. (Martin Gregori)